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Liebe Vereinskameraden,

heuer hat sich unsere Mannschaft beim Bundesturnier wacker geschlagen und die hohen Erwartungen sportlich souverän erfüllt.

Nach einer kurzen aber lustigen Anreise sind wir am Freitag zu Mittag ausgeruht und voller Tatendrang in Innsbruck angekommen und haben uns zur Einstimmung zunächst kulturell bewegt. Bei einer interessanten Stadtführung durch das "unbekannte Innsbruck" wurden wir zu Plätzen geführt, die nur die wenigsten von uns in der Studienzeit kennengelernt haben (und ich meine nicht nur den Dom). Und wirklich jeder, auch die gebildetsten Dozenten unter uns, konnten was fürs Leben mitnehmen, und sei es nur wie man sich ein einem Gotteshaus zu benehmen hat.

Geistig zurückversetzt in alte Studententage sind wir dann gefühlt 10 (bis 40 Jahre) jünger mit voller Euphorie und Siegeswillen in den Freitag-Abend gestartet. Bei der Gruppenauslosung im Gasthaus Bierstindl war die Stimmung zunächst etwas gedrückt, wurden wir doch in die deutlich schwerere Gruppe A gelost, wo wir mit unseren Angstgegnern aus Graz und Schwarzach im Pongau gleich auf 2 Turnierfavoriten treffen würden. Mit der Fortdauer des Abends und nach einigen Runden Gerstensaft kamen Mut und Zuversicht aber schnell zurück. Die beiden Tiroler Musikanten mit Ziehharmonika und Gitarre haben die Menge gut unterhalten, und als ihre Stimmkraft nachzulassen drohte sind wir eingesprungen und haben gemeinsam mit unseren Dornbirner Freunden "Vo Mello bis ge Schoppornou" gesungen. Spätestens dadurch haben wir dann unseren Gegnern ob unserer Kraft und Ausdauer so manche Sorgenfalte ins Gesicht getrieben.

Vor Mitternacht war dann im Bierstindl Sperrstunde, den Heimweg ins Hotel nutzten wir als lockeres Auslaufen zu Trainingszwecken, und getrunken wurden danach nur noch Chininhaltige Elektrolytgetränkte, um etwaigen Muskelkrämpfen am langen Turniertag vorzubeugen.

Nach einem kleinen Frühstück in der Mannschaftsunterkunft, dem Grand-Hotel Europa, sind wir dann nach einem kurzen Transfer pünktlich am Turniergelände des SV Innsbruck in der Wiesengasse angekommen. Das Vereinsgelände des Innsbrucker Traditionsvereins ist ein wahres Schmuckstück, hat neben 2 Rasenplätzen auch einen Kunstrasenplatz und ein modernes Vereinsgebäude mit großzügigem Kabinentrakt.

Angefeuert von unseren stimmkräftigen Zuschauern und taktisch hervorragend eingestellt sind wir dann am Samstag gleich um 9 Uhr ins Turnier gestartet und haben es endlich auch einmal geschafft unseren Matchplan gleich im ersten Spiel umzusetzen. Die Mannschaft vom SMZ Ost aus Wien wurde mit 3:0 vom Platz geschossen. Im 2. Spiel haben wir die Favoriten aus Graz trotz Rückstand noch besiegt, das werden sie uns noch lange nachtragen. Nach einem hart-umkämpften 3. Spiel mit einem 2:2 Unentschieden gegen Schwarzach im Pongau haben wir uns souverän als ungeschlagener Gruppensieger für das Halbfinale qualifiziert, die Salzburger mussten sich hinter Graz mit dem 3. Gruppenrang begnügen.

In der Gruppe B war die Heimmannschaft aus Innsbruck klarer Favorit und setzte sich mit 3 Siegen und damit dem Punktemaximum in ihrer Gruppe durch. Fast hätte sich noch die unerfahrene aber sympathische Mannschaft aus Dornbirn im letzten Spiel auf den 2. Gruppenplatz geschummelt, leider fehlte im entscheidenden 3. Gruppenspiel gegen das KH Hochegg das Quäntchen Glück. Mit etwas mehr Kaltblütigkeit in der Schlussphase wäre der Sieg und damit der 2. Gruppenrang möglich gewesen, die Hochegger retteten aber ein Unentschieden und waren damit dank der besseren Tordifferenz hinter Innsbruck Gruppenzweiter und damit unserer Halbfinalgegner.

Nach der Mittagspause war unser Spielfluss aus der Gruppenphase zunächst etwas unterbrochen und das Landesklinikum Hochegg war 5 Minuten lang ein ebenbürtiger Gegner, dann haben wir aber zu alter Stärke zurückgefunden und die Niederösterreicher letztlich klar besiegt. Nach dem 2. Platz beim Heimturnier 2014 konnten wir uns nun 5 Jahre später wieder einmal gegen hochkarätige Konkurrenz aus Graz, Linz und Wien durchsetzen und das Finale erreichen. In einem spannenden und ausgeglichenen Spiel war dann leider die Heimmannschaft, der FC LKH Innsbruck, der glückliche Sieger. Die junge Innsbrucker Mannschaft ist mit einem sehenswerten Freistoßtor mit 1:0 in Führung gegangen und hat diese knappe Führung dank einer hervorragenden Torwartleistung dann bis zum Schluss gehalten.

Letztendlich waren wir mit dem 2. Turnierrang sehr zufrieden, und die Hoffnung auf einen ersten Turniersieg ist die beste Motivation für die kommenden Jahre.

Die Siegerehrung fand dann im Lounge Club B1 statt. Zunächst konnten wir uns am Buffett sattessen, und unser Kassier hat die Vereinskassen geöffnet und 2 Getränkerunden spendiert. Turnierorganisator Horst war nach den Strapazen der letzten Tage etwas gezeichnet und hat die Preisverteilung dann relativ zügig durchgezogen. Der Spieler des Turniers wurde verdientermaßen aus den Reihen der drittplatzierten Grazer gekürt, der Torschützenkönig kam aus St. Johann. Völlig überraschend und unter Puh-Rufen aus allen Ecken und Enden des Saales wurde nicht wie im Vorjahr unser Matthias, sondern der Torwart der Siegermannschaft aus Innsbruck, zum Torwart des Turniers gewählt. Wahrscheinlich war seine souveräne Leistung im Finalspiel gegen uns ausschlaggebend. Matthias nahm die Entscheidung letztendlich sportlich gelassen zur Kenntnis.

Und als sich dann nach einem langen Turniertag langsam die Müdigkeit durchsetzte und so manche muskulären Wehwehchen zum Vorschein kamen war es wieder das schon eingangs erwähnte chininhaltige Sportgetränk, welches uns dabei half unsere letzten Kräfte zu mobilisieren. Barcelona-Beach-Club-Flair und DJ-Sound lenkten auch den stämmigsten und ungelenksten Verteidiger auf die Tanzfläche. Und wenn auch nicht alle die vollendete Tanzakrobatik und die eleganten Bewegungsmuster unseres Vize-Obmannes beherrschen und schon gar nicht die Flirt-Qualitäten unseres jungen Tiroler Kaisers (Maximimilian I.) so darf man zumindest behaupten, dass wir dafür weniger Gläser und auch weniger Herzen zerbrochen haben.

Über weitere nächtliche Aktivitäten möchten wir hier nicht ausführlicher berichten, der Tiroler Gigolo Rolando hat ja uns alle gelehrt, dass man als unbeteiligter eigentlich gar nicht immer alles wissen möchte (oder aber dass man beim Ausgehen zumindest immer ein 2. T-Shirt mitnehmen sollte).

Und vielleicht werdet ihr mir nicht alles glauben, doch für alle interessant und abschließend noch zu erwähnen ist, dass

  • Michi Werth niemanden verletzt hat.
  • sich auch sonst beim Turnier und bei den nächtlichen Unternehmungen niemand ernsthaft verletzt hat.
  • Marcel kein Dosenbier mehr mit nach Hause nehmen musste.
  • Das Team aus sportlichem Leiter und Obmann im Jassen ungeschlagen geblieben ist.
  • Maximilian besser eine goldene Schindel als einen goldenen Pokal aus Innsbruck hätte mitgehen lassen.
  • Andi der älteste Torschütze des Turniers war.
  • Peter mit dem Rauchen aufgehört hat und Gregor keine grausigen Videos mehr verschickt.

Abschließend bleibt mir als stolzer Obmann die Ehre und Pflicht (Horst würde sich freuen, "Ehre, Stolz, und Stärke") mich für die starke Leistung unserer gesamten Mannschaft, die Disziplin und die tolle Kameradschaft zu bedanken.

Danke Gregor, für die tolle Organisation.

Ich freue mich jedenfalls schon aufs nächste Jahr!

Paul